Freitag, 31. Oktober 2008

Krankenbesuch in Mumbai


Donnerstag, 23:45 Uhr, Der A-747 der Fluglinie AirFrance setzt zur Landung an - Nachdem ich das Flugzeug verlassen hatte und ich auf umständliche Art und Weise endlich den Ausgang des nach Gips riechenden Flughafengebäudes erreichte, erblickte ich zuerst eine fuer dieses Land typische unueberschaubare Menschenmenge. Da ich sofort von zwei Aufsehern in Gewahrsam genommen wurde, hatte ich überhaupt gar keine Zeit nach einer "gewissen" Person Ausschau zu halten. Freundlich wurde ich von einem der watchmen in Kenntnis gesetzt, dass es zur Zeit in Mumbai ein wenig gefährlich sei, da ein Politiker letzte Woche verhaftet wurde und ich besser die Innenstadt meiden sollte. Daraufhin gab ich ihm zu verstehen, dass ich bereits davon wüsste und ich von jemanden erwartet werde. Von Krawallen merkte ich in den nächsten 3 Tagen jedenfalls nichts mehr. Nachdem ich "die Vicky" endlich erblickte, bestellte sie und ersteinmal ein Taxi, das uns zu einem Hotel in der Nähe des AirPorts. Dort angekommen hatten wir uns ersteinmal viel zu erzählen, so dass wir auch erst um 04 00 einschliefen. Als wir dann mittags, von Krähen geweckt, aufstanden, begaben wir uns ersteinmal zu einem nahegelegenen Markt wo wir "leckere" Früchte (u.a. Sitafal) einkauften. Nach dem Einkauf gingen wir wieder zurück zu unserem Hotel, um mit dem dort deponierten Messer die Früchte zum Verzehr zuzubereiten. Auf dem Weg dorthin begegneten uns ein Junge mir seinen 3 Geschwistern, die uns baten, für sie Milchpulver zu kaufen, das stolze 4 Euro kostete. (Nicht alles in Indien ist billig...) Nach einigem Hin und Her willigte Vicky ein und kaufte ihnen das Milchpulver.

Nachdem wir dann die Früchte zu uns genommen hatten, begaben wir uns mittels Taxi, Zug und Rikshaw zum Hare Krishna Hare Ram - Tempel, der zu Vicky's Bedauern leider etwas voll und damit nicht so entspannend beim letzten Besuch war.
Auf dem Weg nach Hause plagte uns dann irgendwann der Hunger und wir entschlossen uns, in einem Restaurant zu speisen. Speisen ist das richtige Wort, denn das Restaurant schien zu einem der besseren zu gehören. Der Service war meiner Meinung nach etwas zuuu übertrieben, aber das ist man als erfahrener Italien-Urlauber ja gewohnt. (Selber tanken is nich drin)
Als wir mit dem Essen fertig waren gönnte sich jeder von uns noch einen erfrischenden Cocktail und dann verließen wir gutgelaunt das Lokal und traten unsere Reise ins Bett an.
Der zweite Tag begann wie der erste... Krähen saßen vor unserem Fenster und taten das, was Krähen nunmal machen... LÄRM!!! Da ich am Vortag schon den Wunsch geäußert hatte, Elephanta-Island zu besichtigen, gingen wir gleich nach dem Aufstehen, mit kurzem Abstecher zu einem der an jeder Strassenecke anzufindenen Obsthaendler, zum nahegelegenen Hafen. Kurz vor Abfahrt ließen uns dann auch die letzten eisernen CHIPSVERKÄUFER in Ruhe und wir schipperten in Gesellschaft von miesgelaunten Franzosen, geröteten Engländern und einigen Indern auf die 10 Kilometer vom Gateway of India entfernte Insel. Nachdem wir den Kahn verlassen hatten, traten wir unsere Reise, vorbei an Maiskolbenständen und tausenden anderen Ramschläden, zum Gipfel an. Dort angekommen erzählte mir meine Begleiterin etwas über die Gottheiten, die dort aus dem Stein gehauen wurden und zeigte mir einen Shiva darstellenden "lingam" (Steinpenis), der als solcher nicht zu erkennen war.. aber ein paar Affen sollten dafür sorgen, dass wir noch welche zu Gesicht bekommen würden. Da der Aufstieg uns ein wenig geschafft hatte und die Temperaturen uns zusätzlich schwächten, entschlossen wir uns zu einem Frühstück in einer Höhle, wo scheinbar keine Affen waren, da zuvor schon eine dieser Kreaturen sehr gierig geschaut hatte. So saßen wir also in einer schattenbringenden Höhle und zerschnitten eine Zitronen-Orange (sweet lime) und dann kam auch schon das Unheil... Wir schrieen und stampften aber es half alles nichts.. nicht mal die professionelle Imitation von Donald-Geraeuschen jagten dem unser Frühstück verzehrenden Rhesusaffen Angst ein. Irgendwann gaben wir Klein bei, weil mein Taschenmesser in Reichweite des Affen lag und dieser damit eindeutig im Vorteil war - weiß Gott, zu was dieser Fellbollen bereit ist!!!
Aber seht selbst...

Nach dem wir also unser ganzes Essen diesen Affen überlassen musste, machten wir kehrt und fuhren mit dem nächsten Schiff wieder zum Land. Von dort aus begaben wir uns dann auf bestem Wege zum Einkaufszentrum wo wir ersteinmal ein Eis verputzen und dann noch eine etwas "pikantere" Mahlzeit zu uns nahmen. Gesättigt besuchten wir einen Laden wo ich ein paar Salwar Kemeez für Männer anprobierte... leider gab es eines nicht in meiner Größe, sonst hätte ich es gekauft, aber ich werd ja noch genug Zeit haben mir 1 oder 2 zu besorgen. Als wir das breuningerähnliche Einkaufszentrum verließen, war es schon dunkel geworden... Zeit für die Falle.

Der dritte Tag begann auch nicht anders als die Tage davor... Nach dem Aufstehen begaben wir uns ins Cafe Leopold wo wir eigentlich einen Chai oder besser gesagt einen Masala Chai süffeln wollten, komischerweise konnte man dort keinen bestellen... (Meiner Meinung nach ist Chai vergleichbar mit Bier.. nennt mir eine Kneipe in Deutschland wo man kein Bier bekommt ô.O!) Nach dieser Enttäuschung gingen wir einfach ins nächste Cafe..nämlich ins Cafe GAYLORD! Also falls irgendjemand mal nach Mumbai kommen sollte, dort bekommt ihr einen erstklassigen Service zu normalen Preisen und ein desweiteren ist es sehr schattig und mit Pflanzen umgeben. Von dort aus gings wieder auf Achse... diesmal zu den Wäscherein die ja schon in diesem Blog erwähnt wurden. Dann besuchten wir noch eine Moschee und einen Tempel. Danach mussten wir leider wieder zum Hotel und die Rücksäcke abholen. Da das Taxi schon bereit stand konnten wir auch sofort zum Airport. Nach einigen Stunden Konversation verabschiedeten wir uns wieder voneinander und jeder ging seinen Weg.....*heul* Und wenn sie nicht gestorben sind dann liegen sie sich am 06. Dezember wieder in den Armen!!! :) (Übrigens der Rückflug war sehr angenehm... da ca. 1 Fluggast auf 3 Plätze kahm ;) d.h. man konnte sich schön hinlegen... achso und mit den Sicherheitsvorschriften nehmens die Franzosen auch nicht so... trotz gelegentlicher "Anschnallpflicht" hat es niemanden gejuckt wenn da ein paar noch rumlagen.. unter anderem ich..) Jetzt noch ein Paar Bilder... -cs.

6 Kommentare:

Vicky hat gesagt…

:) welch ein wundervoller Gastbeitrag.. allerdings definitiv zu viele Affen (grrr). die Fotos sind toll, vor allem das von meinen Haenden sieht richtig indisch aus ;) freu mich schon auf unseren naechsten Besuch im Cafe Gaylord.. :)(:

odietamo hat gesagt…

heyho, na das ganze nimmt dich ja schon recht mit. cool, dass du einen krankenbesuch bekommst. falls mal ein brief bei dir angekommen ist, dann kann man ja sich noch einmal schreiben, bis du dann wieder zu hause bist. was machst du dann eigentlich dann? am 6.dez darf ich krampus spielen, au au au, das wird meist als die groesste zivischikane beschrieben, aber ich weiss schon ganz genau, wen ich alles mit der rute haue... (vor allem die ganzen leute die tagtaeglich nichts anderes zu tun haben, als unsere bude zu observieren ;-) ). dann mal noch schoene drei wochen to go!

lg
ad

Anonym hat gesagt…

Hallo liebe Vicky,
sieht ja mal oooberlecker aus, diese ganzen Essenssachen. Umso mehr bin ich ehrlichgesagt erschrocken, wie dünn du bist!!! Hoffe, das ist nur eine folge deiner bauchgeschichten und nicht dein neues schönheits-ideal, so indisch-asketisch...
genieß die sonne und alles drumrum, hier wirds zunehmend novemberlich grau, kalt, dunkel, nass. Deprimierend eben?!
liebe grüße, annette

Anonym hat gesagt…

Hallo, also die Vicky schaut auf dem ersten Bild ja wirklich sehr happy. Endlich mal wieder jemand zum Tratschen (in Deutsch) und zum Knuddeln.
Und seid ihr beide zusammen denn weniger angegafft worden, als vicky alleine? Carsten mit seinen blonden Locken, musste ja dort auffallen wie ein bunter Hund *grins*. Aber ich muss Annette recht geben, Vicky stellt ja noch mehr die Knochen raus als eh schon immer. sogar das schienbein oder wie heißt der Knochen da an der Schulter vorne, ach so, schlüsselbein.
Ich hoffe, Carsten, du wirst ab 6. Dezember drauf achten, dass Vicky ein bisschen gemästet wird.
Ist ja kein Wunder, dass jeder Windhauch gleich Husten und Halsweh oder Bauchweh bringt.

Kommt bloß beide gesund wieder!!!

die Mama von der Vicky

Anonym hat gesagt…

Nützt das auch nichts, die Affen laut anzuschreien? Beißen die auch? Sind die da auch heilig? Und sicher auch Krankheitsüberträger... also aufpassen bitte! Aids werden sie wohl nicht übertragen aber wer weiß was sonst....

Anonym hat gesagt…

Ne hat nicht viel ausgemacht... der guckt einen erst doof an und wird aufmüpfig... war kurz davor den zu treten :0 ... muss mich da mal schlau machen was da wirksam ist..aber bestimmt nich viel... weil die ja an menschen gewöhnt sind... aber Engländer mit sonnenbrand sind bestimmt abschreckend :) Und um die Arme mal hier in den Schutz zu nehmen die is garnicht dünner geworden! viellt. ein kleines bisschen, aber nich besorgniserregend dünn.. und ja wenn ich komm werd ich sie mästen hihi