Im Bild ein irgendwie idyllischer Anblick einer Shanty Town in der sonntaeglichen Morgensonne.
Sonntag, 28. September 2008
Fakten uebers Leben
Im Bild ein irgendwie idyllischer Anblick einer Shanty Town in der sonntaeglichen Morgensonne.
Milk Farm Charkop :)
Haji Ali Mosque
Dienstag, 23. September 2008
vielleicht hab ich mich endlich eingelebt?
Ich bin ueberwaeltigt von der Flut von Kommentaren, die hier neuerdings so eingeht.. vielen vielen Dank! Um auf einige der Fragen einzugehen..
Ob man in diesem Wasser hier schwimmen sollte oder nicht.. aeh.. also ich wuerde es nicht empfehlen. Da schwimmt, ganz wie Herr Roser Rulez (herzlich willkommen!) auch schon festgestellt hat, wirklich Einiges drin rum. Das Meerwasser ist allerdings wenigstens geruchsneutral. Es gibt uebrigens mehr als genug Leute, die trotz allem sowohl im Meer als auch in den Suesswassertuempeln im Nationalpark, die eher "weniger" zugemuellt sind, schwimmen gehen.. brr.
Zur Frage der werten Julia, warum das Strassenmaedchen am Strand so geschmueckt ist.. also, erstens achten Inder, sofern sie es sich leisten koennen, sehr auf ihr Aeusseres.. also die sind eigentlich immer gut gekleidet und gekaemmt und so. Es gibt ja auch dieses Klischeebild vom immer Hemden und nie Jeans tragenden Inder.. und das ist gar kein Klischee, sondern Wirklichkeit. Des Weiteren ist Stoff in Indien, dem Land mit der groessten Textilindustrie ueberhaupt, sehr sehr billig.. und somit auch Klamotten. Und drittens legen Inder ihr Geld generell eher in Schmuck an, als es auf die Bank zu bringen.. daher sind oft sogar auf der Strasse schlafende Frauen mit Goldringen und -ketten behaengt. Geklaut wird anscheinend nicht.. was den Schmuck dieses Maedchens betrifft, koennte es sich aber auch um die UEBERALL erhaeltlichen Schmuckimitate fuer 5-10 Cent das Stueck handeln.
Und doch, Linda, ich fuehl mich manchmal sehr einsam und allein und .. manchmal wunder ich mich, dass ich immer meinen Weg nach Hause find und so.. und Angst hatte ich auch schon, als ich einmal laenger als 18 Uhr draussen war naemlich. Normal bin ich frueh daheim, aber einmal war ich bis 21 Uhr im Kino und.. naja, war nicht so schoen.. im Dunkeln und so. Aber naja, so bedrohliche Situationen kann's wiederum eigentlich gar nicht geben, weil man wirklich NIE allein ist, es wimmelt hier einfach immer von Menschen.. damit sei auch die von Laura geausserte Frage nach Dieben beantwortet.. bisher hat sich jedenfalls noch keinem Taschendieb ne Gelegenheit geboten, glaub ich.
So, ansonsten kann ich eigentlich nur schreiben, dass hier grad alles gut laeuft. Zwar ist es jetzt sehr heiss hier, weshalb ich meine letzten beiden Nachmittage lieber mal daheim verbracht hab, aber in der Schule laeufts gut. Hab heute den Unterricht an mich gerissen und ein sinnvolles Buchstabierspiel gemacht, damit die Kinder mal verstehen, dass house fast wie mouse geschrieben wird und cap, cat und car sich auch nur in einem Buchstaben unterscheiden. Ausserdem plane ich fuer das lange Wochenende Anfang Oktober (Gandhis Geburtstag und irgendein Ramadanfeiertag) einen ganz tollen Ausflug zum Hauptpilgerort der Jains (googelt mal "Palitana", da gehen euch die Augen ueber!).. waer cool wenn das klappen wuerde, da koennte ich dann schonmal Zugfahren ueben..
Gestern mussten die Schueler den auch in Indien zur allgemeinen Freude verbreiteten Aufsatz ueber den Ausflug schreiben uuuund Usha-Didi wurde mit keinem Wort erwaehnt, ich war aber in jedem report einer der Hauptattraktivitaeten .. neben Popcorn, 3D-Brille und der Klimaanlage im Kino. Ich konnte die Aufsaetze zwar leider nicht lesen, da sie in Marathi verfasst wurden.. aber Manches ist einfach eindeutig :) Vicky-Didi.. (mit Didi redet man aeltere Maedchen an, das heisst eigentlich Schwester..) ..hm, hat mich jedenfalls froehlich gemacht :)
Sonntag, 21. September 2008
Juhu Beach
aktive Zeiten
Alsooo.. erstmal zur Beantwortung einiger Kommentare.. das mit diesen mafioesen Bettlerbanden hab ich auch gehoert und deswegen dachte ich ja, dass ich denen eher was zu essen gebe, wenn ich was gebe.. hab schon mal ein Paeckchen Brot verschenkt :) die sahen zwar etwas irritiert aus aber naja. Und das auf dem Foto ist nicht meine Yogalehrerin (die sieht vieeel netter aus), sondern Usha. Und die hat kein blaues Auge, sondern irgendwie.. so verfaerbte Traenensaecke oder so, keine Ahnung.
Heut war ich auf nem Schulausflug.. ins Kino. Eine Kinokette hat 150 Schueler von EOTO-Schulen in einen 3D-Film eingeladen.. von unserer Schule sind 50 students aus den standards 3, 4 und 7 mitgekommen. War irgendwie.. weiss net, voll fies da einzelne Leute auszuwaehlen, sozusagen.. und der Rest musste halt daheim bleiben. Und dann war das Kino auch halb leer! Anstatt jedem Kind Popcorn, Pepsi, eine Kappe und 2 Stueck Kuchen zu spendieren, haetten die lieber mehr Leute einladen und das Kino richtig voll machen sollen, find ich. Aber naja, war natuerlich (fuer alle Teilnehmenden) trotzdem sehr cool. Der Film war.. aeh naja, “journey to the centre of the earth”, ein Science-Fiction-Action-Film.. aber ja, ganz gut. Auf der Busfahrt hab ich mich mit den Siebtklaesslern unterhalten, die schon etwas Englisch koennen (ab der 5. Klasse haben sie Englisch als “normales” Unterrichtsfach).. die wollten unbedingt, dass ich “please please” was von ihren Nudeln und Chips und Keksen ess, mit denen sie so richtig typisch schulausflugsmaessig vollgepackt waren :) voll nett.. es gab auch nen Streit darueber, neben wem ich sitze hihi.. ach die sind so merkwuerdig begeistert. Und Usha ist .. grr, ich mag die nicht. Hat die Kinder dauernd angeschrieen, kam ne halbe Stunde zu spaet (alle Schueler waren puenktlich) und einen Jungen 5 Minuten lautstark angestresst, weil er mich “geaergert” (meinen Namen gerufen) hat.. des war mir voll peinlich. Also ich glaub die ist einfach.. besonders unfreundlich.. naja.
In den letzten Tagen hab ich zwei verschiedene Tempel besichtigt. Besonders toll fand ich den Hare Krishna Hare Rama Tempel, der war extrem wunderbar.. eine grosse, fast menschenleere Halle mit den aus deutschen Fussgaengerzonen bekannten Moenchen, die das gewohnte Mantra gesungen und dazu getrommelt haben. Ich sass ganz lang auf dem schoen kuehlen Steinboden und hab die nur beobachtet, was sehr angenehm da.
Heute war ich nochmal im Sanjay Gandhi National Park und in den Kanheri Caves, das sind so aehnliche Tempelhoehlen wie auf Elephanta Island.. war wieder schoen, vor allem die frische Luft.. aber die bloeden Affen haben mich genervt.. vor denen hab ich jetzt Angst. Was erstaunlich war: Einige der Hoehlen dienten wieder der Heiligung Shivas, andere waren aber buddhistischen Ursprungs - wie zB die mit dem riesigen Buddha (siehe Bild).
Kamala Nehru Park
da liegt er, der Moloch
Schulausfluege sind halt ueberall gleich
Donnerstag, 18. September 2008
endlich: die indische Kuh!
einige Charakteristika der indischen Mentalitaet
Also, heute machen wir einen Exkurs in die Befremdlichkeiten der indischen Mentalitaet. Dazu beginne ich mit der Darstellung der Geburtstagsparty, die ich gestern besucht habe. Das entsprechende Geburtstagskind wurde.. aehm.. 11 Jahre alt, hust. Aayu (Sanskrit fuer LEBEN) ist die Tochter meiner Yogalehrerin und hat mich dazu eingeladen, mit ihren Freundinnen zu feiern.. abgesehn von einigen Unterschieden zu unseren heimischen Braeuchen (man sitzt zum Essen auf dem Boden..auch die anwesenden Omas; man hoert Bollywoodmusik oder Hare Krishna, Hare Hare; die Muetter der Freundinnen sitzen stumm in den Ecken und warten, bis man wieder nach Hause geht; das Geburtstagskind schmiert seinen Eltern das erste angeschnittene Stueck Kuchen auf die Backen..) lief alles recht gewohnt ab. Jedoch hatte ich mit meinen europaeischen Denkmustern dauernd den Eindruck, dass alle voll unfreundlich und ignorant seien.. betrat naemlich ein neuer Gast das Wohnzimmer, sagte er nicht hallo oder schaute auch nur irgendjemandem ins Gesicht, sondern suchte sich schweigend einen Platz.. sozusagen Wartezimmerverhaeltnisse. Sowas irritiert mich irgendwie. Andererseits sind die Inder teilweise auch voll herzlich, meinten ich sei ja sehr “cute” in meinem “indian dress” und wollten mir, obwohl ich mich zu wehren versuchte, 3mal Essen nachreichen. Das Essen war auch so ein Fall fuer sich.. jeder bekam einen Teller mit Samosas, Kartoffelchips, frittierten Kartoffelgemuesebaellchen, einem aufgeschnittenen Broetchen (das nicht nur von innen, sondern auch aussendrauf mit Butter bestrichen war) und Chutney, ausserdem ein Stueck Sahnetorte (fuer diejenigen, die wissen wovon ich spreche – Stichwort: Herr Haefners Sparkassen-Abi-Torte.. mhhh lecker!). Da wundert es mich auch nicht, dass alle anwesenden 11jaehrigen mehr Oberweite hatten als ich.. das ist echt abnormal, alle halbwegs reichen Inder ernaehren sich so ungesund und als Resultat sind sie ziemlich uebergewichtig.. in der Zeitung hab ich gelesen, dass die Haupttodesursache in Mumbai der Herzinfarkt ist, dem immer mehr und immer juengere Inder zum Opfer fallen – aufgrund falscher Essgewohnheiten und mangelhafter Bewegung (Hobbys: Fernsehen gucken und schlafen). Aber die Feier war lustig, vor allem eine Abwechslung zu meinem sonstigen Programm.
So, was mich auch immer wieder verunsichert oder stoert oder aufregt.. da bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das wirklich die indische Mentalitaet ist, oder vielleicht nur eine Gewohnheit in meiner Gastfamilie.. man fragt mich, wie mein Tag war.. und kaum hab ich meine Antwort mit “it was great..” angefangen, dreht man sich schon wieder dem Fernseher zu. Im Allgemeinen interessiert man sich nicht wirklich fuer mich, fragt aber aus Hoeflichkeit.. heute hab ich zB Usha erzaehlt, was mir der Arzt geraten hat, wie ich meine gesundheitliche Situation hier verbessern kann. Sie hat mir eine Weile zugehoert und mich dann mit dem Schrei “Chotto, pani dede!” (Chotto, gib mal Wasser!) unterbrochen.. ok, kein Problem. Allerdings hat sie mich danach nicht aufgefordert, doch weiterzureden. Und ich hab’s dann halt gelassen. Ist jedenfalls erfreulich, wie sehr man sich fuer meine Gesundheit interessiert. Naja..
Der letzte Punkt ist das Verhalten gegenueber Bettlern etc. Ich werd eigentlich jedesmal, wenn ich an der Ampel von jemandem angebettelt werde, weich.. vor allem, wenn ich mit der Riksha unterwegs bin, weil ich mich da immer so.. reich und verwoehnt fuehle. Deshalb geb ich fast immer ein bisschen was.. was ist schon dabei, 4 Rupien, das ist fast nichts. Heute war ich aber mit der Usha unterwegs und ein Strassenjunge wollte Rosen verkaufen.. Usha hat erstens mit ihm gehandelt, wollte fuer die 15 Rupien nicht nur einen, sondern zwei Straeusse haben.. da die Ampel auf Gruen geschaltet hat, musste der Junge aufspringen und ein Stueckchen mit uns mitfahren.. allerdings fiel Usha dann auf, dass an dem einen Strauss eine Rose verknickt sei und wollte sie dann nicht mehr kaufen.. und so musste der Junge aussteigen und zuruecklaufen.. irgendwie haette ich halt gedacht, dass sie die Straeusse trotzdem kauft.. oder wenigstens einen.. oder dem Jungen das Geld laesst, ohne die Straeusse zu nehmen. Aber sie verlangte jede einzelne Muenze zurueck.. das fand ich irgendwie sehr.. herzlos. Andererseits muessen die Inder vielleicht so sein, denn wenn sie jedem Bettler dauernd was geben wuerden, waeren sie ja selbst irgendwann arm.. ich weiss es nicht. Aber das hat mich irgendwie.. beeindruckt..
Black Forrest Pastry
der Slum, aus dem unsere Schueler kommen
Sonntag, 14. September 2008
(:
auch so koennen die Kinderaugen schauen
Vielen Dank fuer die ganzen Kommentare, die mich sehr aufmuntern,weil ich mich grad etwas sinnlos fuehle.. und aufgrund einer erneuten Erkrankung (...) leider heute nicht mal das Haus verlassen konnte.. und das, obwohl heute grosses Ganpatifiguren-im-Meer-versenken angesagt war.. naja, es gab eh Bombendrohungen und nach den 5 Anschlaegen gestern in Delhi war ich dann auch nicht mehr so scharf auf Menschenmassen..
Ansonsten.. war ich gestern im Kino.. ganz allein, ein etwas merkwuerdiges Gefuehl. Eine Ueberraschung stellte neben der Tatsache, dass das Popcorn salzig war, auch die Nationalhymne dar, die zu Beginn des Films gespielt wurde.. und alle haben sich dazu erhoben. Naja, dafuer kam keine Werbung, hat auch was :)
Gestern hab ich mich mit meinen Mitlehrerinnen unterhalten und dabei mal wieder festgestellt, dass sie in einer fuer mich sehr fremden Welt leben. Die sind beide 25 und verheiratet.. und zwar mit Maennern, die ihre Eltern ausgewaehlt haben. Die eine hat auch schon ein Kind.. Kommentar zum Thema Verheiratung: "Good man - good luck. Bad man - bad luck." (spiegelt uebrigens die tatsaechlichen Englischkenntnisse wider) Voll hart. Die eine scheint mir ihrem Los nicht so zufrieden zu sein.. Mann, ich find des so unvorstellbar..! Vor allem fuehren die beiden ein relativ freies Leben, glaub ich, immerhin haben sie nen kleinen Job und fristen nicht nur ein Dasein als Hausfrau und Mutter, wie das den meisten Frauen aus mittelschichtigen Verhaeltnissen ohne besondere Bildung blueht, glaube ich.
Donnerstag, 11. September 2008
Ganesh-Freaks
mal wieder die 4t-Klaessler
Vicky im Salwaar Kameez
Samosas und die Inflation
Insgesamt war ich in den letzten Tagen ziemlich schlecht drauf. Irgendwie kommt mir grad alles ziemlich sinnlos vor.. aber naja, mittlerweile bin ich zu der Ueberzeugung gekommen, dass es ja nur besser werden kann, durch das was ich tue.. als tu ich’s auch. Aber es macht einen schon ziemlich fertig, wenn man dauernd fast nackte Menschen im Muell wuehlen sieht.. oder verfilzte Maedchen, die ihre kleinen Geschwister lausen.. oder Familien, die jeden Tag am gleichen Ort sitzen und Loecher in die Luft starren.. ich frag mich echt, wie diese Leute die Zeit ueberhaupt rumkriegen.. und wie sie weiterleben koennen.. wozu..
Dienstag, 9. September 2008
frag Vicky :)
Hallo.. ich werd hier mal einige Fragen beantworten.. (ein ganz besonderes Willkommen gilt an dieser Stelle Linda, die alles und jeden kommentiert.. nehmt euch ein Beispiel an ihr :) )!
Also.. zunaechst mal zur Frage, wie ich die Leute so wahrnehme.. fatalistisch wuerde ich die nicht nennen.. eher .. weiss nicht.. ich glaub sie akzeptieren es, sind aber nicht.. hoffnungslos (das wuerde ich mit Fatalismus in Verbindung bringen..oder?).. kaempfen halt weiter ums Ueberleben bzw es geht ihnen ja gar nicht soo schlecht..also die meisten haben immerhin eine Huette, Betten drin.. Essen, ein Dach ueber dem Kopf.. es gibt ja schlimmeres. Leute, die komplett verdreckt jeden Tag am gleichen Fleck am Bahnhof sitzen und apathisch in die Luft starren.. Leute, die von Fliegen ueberdeckt im Strassengraben schlafen (oder sind die schon tot?).. die wuerde ich schon als.. abgestumpft und komplett resigniert bezeichnen, ich glaub die wollen nicht mehr viel.. aber das ist ja die Ausnahme, nur ganz ganz wenige leben so.. die anderen fuehren halt das Leben,das sie kennen.. ich will uebrigens auch mal rausfinden, wie gut eigentlich die "Aufstiegschancen" aus dem Slum sind.. hab gestern von meiner Yogalehrerin (hab ich das eigentlich schon erzaehlt, dass ich hier nen Yogakurs mach? ..sehr.. aeh.. interessant.. vor allem ist es jedenfalls toll, mit der Aerztin Zeit zu verbringen, die weiss viel und hat vor allem ein gutes Englisch und fragt dauernd, ob ich mit ihrer Familie Ausfluege machen will oder auf den Workshop komm und hierhin mitwill und so weiter..) erfahren, dass ihre Familie in der 3. Generation in Mumbai lebt und ihre Vorfahren als vor einer Duerreperiode in Rajasthan fliehende Bauern hierher gewandert sind.. ich weiss zwar nicht, ob diese Vorfahren dann komplett arm waren, aber sie hat’s ja offensichtlich ziemlich gut.. ich frag mal nach.
Und ob ich mehr angebettelt werd,weil ich weiss bin.. ja und nein. Wenn zB manche durch die Menge laufen, und einzelne nach Geld fragen, dann sprechen mich bestimmt viele an, weil die sich ja auch denken koennen “Die hat genug Geld, um sich nen Flug leisten zu koennen, bei der muss ja was zu holen sein.” Oder von Strassenhaendlern werd ich zB ausnahmslos immer, wenn ich vorbeikomm, mit “Yes M’am” angelabert, oder “Have a look..”. Andererseits gibt’s auch manche, die sich nicht richtig trauen, mich anzureden.. wegen Aussehen oder Sprachbarrieren, ich weiss es nicht.. die gucken aber sagen nix. Aber zB Strassenkinder kleben immer ganz hartnaeckig an mir, zB an Ampeln, wo sie zwischen den Autos rumlaufen.. manche verkaufen nen ganzen Strauss Rosen fuer 10 Cent, andere betteln. Ich hab mir vorgenommen, ab jetzt immer Kekse und Bananen dabeizuhaben, da kann ich denen dann was geben.. weil Geld.. weiss nicht, will ich denen nicht so gerne geben. Hab auch gelesen, dass manche Kinderbanden richtig organisiert arbeiten und Geld sammeln muessen, dass sie dann aber bei irgendwelchen Typen abliefern muessen..
Also.. zunaechst mal zur Frage, wie ich die Leute so wahrnehme.. fatalistisch wuerde ich die nicht nennen.. eher .. weiss nicht.. ich glaub sie akzeptieren es, sind aber nicht.. hoffnungslos (das wuerde ich mit Fatalismus in Verbindung bringen..oder?).. kaempfen halt weiter ums Ueberleben bzw es geht ihnen ja gar nicht soo schlecht..also die meisten haben immerhin eine Huette, Betten drin.. Essen, ein Dach ueber dem Kopf.. es gibt ja schlimmeres. Leute, die komplett verdreckt jeden Tag am gleichen Fleck am Bahnhof sitzen und apathisch in die Luft starren.. Leute, die von Fliegen ueberdeckt im Strassengraben schlafen (oder sind die schon tot?).. die wuerde ich schon als.. abgestumpft und komplett resigniert bezeichnen, ich glaub die wollen nicht mehr viel.. aber das ist ja die Ausnahme, nur ganz ganz wenige leben so.. die anderen fuehren halt das Leben,das sie kennen.. ich will uebrigens auch mal rausfinden, wie gut eigentlich die "Aufstiegschancen" aus dem Slum sind.. hab gestern von meiner Yogalehrerin (hab ich das eigentlich schon erzaehlt, dass ich hier nen Yogakurs mach? ..sehr.. aeh.. interessant.. vor allem ist es jedenfalls toll, mit der Aerztin Zeit zu verbringen, die weiss viel und hat vor allem ein gutes Englisch und fragt dauernd, ob ich mit ihrer Familie Ausfluege machen will oder auf den Workshop komm und hierhin mitwill und so weiter..) erfahren, dass ihre Familie in der 3. Generation in Mumbai lebt und ihre Vorfahren als vor einer Duerreperiode in Rajasthan fliehende Bauern hierher gewandert sind.. ich weiss zwar nicht, ob diese Vorfahren dann komplett arm waren, aber sie hat’s ja offensichtlich ziemlich gut.. ich frag mal nach.
Und ob ich mehr angebettelt werd,weil ich weiss bin.. ja und nein. Wenn zB manche durch die Menge laufen, und einzelne nach Geld fragen, dann sprechen mich bestimmt viele an, weil die sich ja auch denken koennen “Die hat genug Geld, um sich nen Flug leisten zu koennen, bei der muss ja was zu holen sein.” Oder von Strassenhaendlern werd ich zB ausnahmslos immer, wenn ich vorbeikomm, mit “Yes M’am” angelabert, oder “Have a look..”. Andererseits gibt’s auch manche, die sich nicht richtig trauen, mich anzureden.. wegen Aussehen oder Sprachbarrieren, ich weiss es nicht.. die gucken aber sagen nix. Aber zB Strassenkinder kleben immer ganz hartnaeckig an mir, zB an Ampeln, wo sie zwischen den Autos rumlaufen.. manche verkaufen nen ganzen Strauss Rosen fuer 10 Cent, andere betteln. Ich hab mir vorgenommen, ab jetzt immer Kekse und Bananen dabeizuhaben, da kann ich denen dann was geben.. weil Geld.. weiss nicht, will ich denen nicht so gerne geben. Hab auch gelesen, dass manche Kinderbanden richtig organisiert arbeiten und Geld sammeln muessen, dass sie dann aber bei irgendwelchen Typen abliefern muessen..
Sonntag, 7. September 2008
Sanjay Gandhi National Park
Zuerst hatte ich allerdings keine besonders guten Eindruck.. Muell, Krach und statt Unterholz nur Schlamm. Zwar ueberall Schilder ueber wunderbare Blueten und Insekten und Affen und Leoparden..aber nichts in Sicht. Je weiter ich aber in den Park reinlief, desto gruener und schoener wurde es.. unter einer Palme hab ich eine Kokosnuss gefunden und auf den Boden geworfen und somit fachmaennisch geoeffnet.. haette sogar das Wasser (sehr gesund, hilft gegen Bluthochdruck und kann im Notfall menschliches Blutserum ersetzen!!) trinken koennen..aber war mir dann doch nicht so geheuer. Ausserdem begegnete ich im einsamen Wald (naja, nicht so einsam, da sich dort kleine Doerfer gebildet haben, voll unglaublich!!) einem sabbernden Strassenhund, den ich genauso abenteuererfahren verscheuchte.. indem ich so tat, als wuerde ich einen Stein nach ihm werfen.. ich hatte in dem Moment naemlich echt Angst irgendwie. Etwa 2 Kilometer im Parkinneren gibt es einen Lion and Tiger Safari Park, wo ich fuer 30 Cent an einer Jeeptour auf matschigen Pisten teilnahm und sogar einen irgendwie uralten und verpennten Loewen zu Gesicht bekam :) Weitaus angsteinfloesender war da doch die Begegnung mit einem Affen, der wenig spaeter meinen Weg kreuzte. Als ich ihm nachlief, um ein Foto zu machen, ist er auf einmal fauchend auf mich zugerannt gekommen und ich bin schreiend rueckwaerts gesprungen, woraufhin ich von etwa 10 Menschen, die sich im naeheren Umkreis befunden hatten, ausgelacht wurde. Naja.. war peinlich. Aber insgesamt war es herrlich. Als ich den Park verliess, wurde die Luft echt mit jedem Schritt schlechter.. waer am liebsten wieder reingelaufen und haette mich bei den Eingeborenen da drin angesiedelt.. aber na gut, hab mich dann doch fuer eine Rueckkehr in die Zivilisation entscheiden muessen.
Ach ja, was ich schon die ganze Zeit mal schreiben wollte.. wusstet ihr, dass mit den Fingern essen anscheinend gesund sein soll, weil durch die Beruehrung des Essens mit der Hand ein vermehrter Speichelfluss und damit eine bessere Verdauung stattfindet?Des weiteren wurde Indien gestern in Wien zugestanden, Nuklearforschung zu betreiben. The Times of India hat dann noch ganz stolz damit angegeben, dass Indien die erste Nation ist, der dies gestattet wird, ohne dass sie davor den Anti-Proliferations-Treaty unterschrieben hat, der in den 1970er Jahren eingefuehrt wurde, nachdem Indien (!) unerlaubte Atomtests durchgefuehrt hatte. Jedoch hinterfragte die anscheinend renommierteste Tageszeitung Indiens nicht, wieso sich denn ihre Regierung weigert, diesen Vertrag, der die Weitergabe von Wissen an Drittstaaten verbietet sowie die Nutzung der Technologie fuer militaerische Zwecke einer strengen Ueberwachung unterwirft, zu unterschreiben..
Soviel zum aktuellen Tagesgeschehen hier..
Samstag, 6. September 2008
Sauberkeit Gesundheit Hygiene
Aufgrund einer Anregung meiner werten Leserin C.V. aus S. werde ich heute mal mein bisher gesammeltes Wissen zu diesem Themenkomplex niederschreiben.
Also wenn man sich hier mal umguckt und vor allem auch umriecht, dann fragt man sich eigentlich, wie die Leute hier halbwegs gesund ueber die Runden kommen und vor allem wie die im indischen Vergleich dritthoechste Lebenserwartung von 63 Jahren in Maharastha zustande kommt..
Eine Kanalisation ist in den normalen Wohngebieten vorhanden, es sind Wassergraeben, die von Hand ausgehoben werden und mit Betonplatten abgedeckt sind (ab und zu sind auch mal welche lose oder fehlen.. gefaehrlich fuer Verkehrsteilnehmer). Einmal in der Woche wird in jedem Viertel ein Pestizid da reingesprueht, sieht recht gespenstisch aus, wenn das dann aus saemtlichen Oeffnungen hervorschwebt wie dichter Nebel.. und unangenehm riechen tut es auch, ich nehme mal an, dass es nicht nur fuer Malariamuecken und andere stoerende Tierchen ungesund ist, sondern auch fuer den Menschen. Wo wir schon bei allen moeglichen Plagegeistern sind.. es gibt hier wirklich jede Menge Mitbewohner. Selbst in unserem sehr sauberen Haus, das taeglich mindestens einmal geputzt wird, gibt es winzige Ameisen, Wuermer, Moskitos, haarige Tausendfuessler, Maeuse (in der Kueche und unter meinem Sofa) und Geckos.. mehr hab ich bisher noch nicht gesehn.. draussen teilen sich abgemagerte und schorfige Strassenhunde mit raeudigen Katzen und Ratten ihr Revier.. die letzteren sind sowas von dreist! Sitzen einfach rum und lassen sich sogar fotografieren.. und sind sowas von dick und gross, eklig! Ach, ne Schabe hab ich auch mal rumkrabbeln sehen..
In dem Slums gibt es aber selbstverstaendlich keine Kanalisation.. ist ja kein Bauland oder so, sondern eine nach und nach entstandene Ansammlung von Wellblechhuetten und Zelten.. da gibt es glaub ich nicht mal richtige Wege dazwischen.. wie bereits erwaehnt, gehen die Bewohner zum Waschen eben ein Stueckchen, um irgendwo Platz zu finden.. an Bahngleisen, auf brachliegenden Wiesen, aus Muellkippen, an stinkenden Tuempeln (siehe Bild). Und woher das Wasser kommt, mit dem sie sich da waschen, ist auch fraglich.. Ansonsten ist alles mit Muell und Essensresten voll, ausserdem spucken die Inder gern und oft auf den Boden, was auch nicht unbedingt zur Ansehnlichkeit der Strassen beitraegt.. weil sie nicht nur Rotz, sondern auch roten Betelnusssaft ueberall verteilen und sich damit Krankheiten wie zB Tuberkulose leicht verbreiten koennen. Unter solchen Umstaenden entstehen natuerlich viele Krankheiten, so gut wie alle der Slumbewohner scheinen unter Husten zu leiden und heute hab ich ein Maedchen gesehen, das mit ihrem duennen kleinen Bruder auf dem Arm betteln gegagen ist, das Baby hatte eine Art Pilz auf dem Kopf..war sehr eklig. Was die gesundheitliche Versorgung betrifft, ist die fuer die Slummenschen wahrscheinlich sehr unrealistisch.. also es gibt kein staatliches Versicherungssystem und kaum jemand ist ueberhaupt versichert, da die privaten Anbieter teuer sind und Arztrechnungen (ein Besuch kostet um die 100 Rupien) und Medikamente ueberhaupt nicht uebernimmt, Krankenhausaufenthalte zu Bruchteilen. Herr Chowdhary hatte im Februar irgendeine Krankheit und seine Behandlung hat 15 Lakh (also 150.000) Rupien gekostet und gerademal 2 Lakh wurden von der Versicherung uebernommen! Auch sonst kommt der Staat meiner Wahrnehmung nach seinen Pflichten nicht sonderlich effektiv nach.. hab neulich irgendwo die Praeambel der indischen Verfassung gelesen.. das uebliche Gerede vom freien Leben und Chancengleichheit und so.. allerdings sind diese Versprechungen in der indischen Demokratie noch weitaus weniger Wirklichkeit geworden, als beispielsweise bei uns.
Der werte Abonnent C.S. aus O. erzaehlte mir von einem Artikel, den er ueber die Ausmasse der Bestechung in Indien gelesen hatte.. er nannte das Beispiel von 100 Rupien, die fliessen, wenn ein Rikshafahrer mit defektem Blinker erwischt wird.. ich jedoch kann nur vermuten, dass dieser Artikel auf die deutschen / europaeischen Verhaeltnisse angeglichen wurde, da ich mir nicht vorstellen kann, dass auch nur irgendein Polizist wirklich Probleme mit einem defekten Blinker haette. Abgesehen davon, dass ich hier doch tatsaechlich doch noch keinen einzigen Polizisten gesehen habe.. und er irgendwie auch keine Autoritaet haette, irgendwelche Forderungen dieser Art durchzusetzen, finde ich.. der Staat tut ja schliesslich auch nicht das,was er soll.. er kann keine permanente Versorgung mit Wasser, geschweige denn sauberem Wasser, oder mit Strom gewaehrleisten, es gibt kein Sozialsicherungssystem.. und so weiter. Irgendwie find ichs auch komisch,was man in den Zeitungen hier von den Regierungsaktivitaeten liest..wenn ueberhaupt mal was ueber Politik berichtet wird (neben 20 Seiten Sportteil und 25 Seiten “Alles ueber Bollywood’s Stars”), dann sind es merkwuerdige neue “Gesetze” wie etwa das von der Stadtverwaltung Mumbai erlassene, welches jedem, der der Stadt ein Schlagloch meldet und dafuer fuer die Ausbesserung der Strasse sorgt, eine Zahlung von 1000 Rupien verspricht.. wo ist da der Sinn? Die Strassen bestehen hier sozusagen NUR aus Schlagloechern, ich glaub da werden die Bauarbeiter auch so genuegend Beschaeftigung finden.. naja.
am Hintereingang
Crawford Market
Donnerstag, 4. September 2008
Mahesh Murti
...
Ach ja, auf dem Heimweg wurde ich von einem Typ angesprochen, der weisse Touristen als Komparsen fuer einen Bollywoodfilm morgen anwerben wollte.. ich hab seine Handynummer.. aber ich weiss nicht, ob ich da hinwill. Waer schon lustig, vielleicht.. aber wahrscheinlich auch langweilig. Ausserdem gefallen mir die Bollywoodfilme absolut nicht. Dafuer koennte ich aber tolle indische Schauspieler treffen.. aeh.. deren Namen mir leider gar nix sagen.
Elephanta Island
Ganesh Chartuthi
Und jaa, ihr seht recht: Ich hab herausgefunden wie ich die Bilder doch drehen kann :) Besser spaet als nie.
Dienstag, 2. September 2008
positive Schwingungen :)
Zur Zeit laeufts hier ganz gut.. gestern in der Schule hab ich bei der dritten Klasse (meiner Lieblingsklasse..) das Vokabelheft eingefuehrt und es wurde sehr gut aufgenommen. Der Rest des Unterrichts ist ausgefallen, weil die Kinder neue Schuhe bekommen haben (Lackschuhe.. voll britisch und total ungeschickt hier, weil man sie dauernd an- und ausziehen muss und im Schlamm rumlaeuft und so.. ueberhaupt sieht man hier kaum jemand, der keine Flipflops traegt). Ausserdem gehts mir seit heute endlich wieder ziemlich gut, da ich gestern beim Arzt war.. sehr lustig, das is nur ein kleines Kabuff und es gibt keine grossartige Ausstattung, stattdessen hat der Doktor, der u.a. auch in Deutschland studiert hat und jetzt einen Tageslohn von (fuer hiesige Verhaeltnisse) sagenhaften 100 Euro hat, meinen Bauch abgetastet und eine hier sehr verbreitete Tropenkrankheit diagnostiziert.. den Namen hab ich vergessen aber jetzt nehm ich 3 Tabletten taeglich.
Heut bin ich dann endlich mal wieder nach Mumbai reingefahren und hab Sight-Seeing betrieben.. nach den ersten 20 Minuten war ich schon recht nassgeschwitzt, und das obwohl es erst 9 Uhr morgens war. Hab das Gateway of India angeguckt (irgendwie nicht beeindruckend.. vllt wegen der 100 Leute, die mir irgendwas verscherbeln wollten oder wegen dem Geruest, das leider die Fassade verstellte). Direkt daneben ist das Taj Intercontinental, das teuerste (und beste?) Hotel Indiens.. dann bin ich weiter zur Universitaet (mit Palmen im Garten.. so cool) und zur Bibliothek, zum Rathaus, Victoria Terminus (einer der meistgenutzten Bahnhoefe der Welt und architektonisch wertvoll, der schoenste Bau viktorianischer Gothik in Indien und so).. danach wollte ich zum Crawford Market, wurde allerdings Opfer einiger Touristenabzocker und hab einem Tzp tatsaechlich geglaubt, dass man den Markt nur mit Fuehrer betreten darf.. klar.. die haben mich dann dazu gebracht, Gewuerze zu kaufen.. wahrscheinlich total ueberteuert.. naja.. egal. Anschliessend war ich ueber 1,5 Stunden auf der Suche nach dem Chor Basar (dem Diebesbasar), leider wusste keiner, wo der sein soll, und da ich in einem muslimischen Viertel war, wo ausschliesslich mich misstrauisch musternde Maenner unterwegs waren und ich ausserdem kurz vor einem Hitzschlag stand (dies bemerkte ich, als meine Haende aufeinmal einfach einschliefen!), entschied ich mich, den Rueckweg anzutreten. Bis ich meine Heimat erreichte, vergingen immerhin 3 Stunden.
Heute hab ich wieder einige Details des indischen Lebens kennengelernt.. erstens hab ich mal geguckt, wieviele Leute hier eigentlich 6 Zehen pro Fuss haben.. sind schon einige! Ob das daran liegt, dass hier einfach alle mit Flipflops rumlaufen und man es deshalb oefter sehen kann, oder an den doch eher ungesunden Lebensbedingungen, weiss ich allerdings nicht.. lustig jedenfalls. Ueberhaupt nicht lustig war es, als ich morgens mit dem Bus am Slum vorbeigefahren bin.. da waren die Bewohner gerade dabei, sich zu waschen.. auf einer etwa 10 Meter breiten Muellkippe direkt zwischen der Strasse und einer stinkenden Bruehe, auf deren Oberflaeche alles moegliche rumschwamm, verrichteten die Slumbewohner ihre Morgentoilette - Klo, Zaehne putzen, Popo waschen.. einfach direkt vor den Augen aller mit nem Eimer Wasser.. total hart.
Freu mich schon auf morgen.. da faengt hier eine 11taegige Feier zu Ehren von Ganehs Geburtstag an. Ist die zweitwichtigste Feier nach Diwali im November.
Gestern hatten Chotto, Gori und ich sturmfrei.. ich hab ihnen beim Gemuese schneiden geholfen und sie haben nebenher Fernsehn geguckt. Allerdings ist mir jetzt unklar, warum ich aus gesundheitlichen Gruenden nicht ausser Hauses essen darf.. uebler als bei uns daheim koennen die Hygienebedingungen eigentlich kaum sein. Das Gemuese wird nicht gewaschen.. dabei wirds eventuell entlang der Bahnlinien oder sonstwo angebaut! Des weiteren wird es auf dem Wohnzimmerfussboden geschnitten, wo sonst alle mit ihren rabenschwarzen Dreckfuessen rumlaufen.. ok, immerhin wird es danach gekocht aber trotzdem! Und was das Kochen an sich betrifft.. da mach ich auch enorme Fortschritte! Gestern hab ich so lange das Rotee-Ausrollen geuebt, bis sogar Gori irgendwann zufrieden war. Nur hat er mich dauernd ermahnt, wenn ich den Teig mit der linken Hand hochgehoben hab.. man muss die rechte benutzen.. zum Kneten ist die linke dann aber ploetzlich ok..!? Irgendwie etwas.. unsinnig.
Heut bin ich dann endlich mal wieder nach Mumbai reingefahren und hab Sight-Seeing betrieben.. nach den ersten 20 Minuten war ich schon recht nassgeschwitzt, und das obwohl es erst 9 Uhr morgens war. Hab das Gateway of India angeguckt (irgendwie nicht beeindruckend.. vllt wegen der 100 Leute, die mir irgendwas verscherbeln wollten oder wegen dem Geruest, das leider die Fassade verstellte). Direkt daneben ist das Taj Intercontinental, das teuerste (und beste?) Hotel Indiens.. dann bin ich weiter zur Universitaet (mit Palmen im Garten.. so cool) und zur Bibliothek, zum Rathaus, Victoria Terminus (einer der meistgenutzten Bahnhoefe der Welt und architektonisch wertvoll, der schoenste Bau viktorianischer Gothik in Indien und so).. danach wollte ich zum Crawford Market, wurde allerdings Opfer einiger Touristenabzocker und hab einem Tzp tatsaechlich geglaubt, dass man den Markt nur mit Fuehrer betreten darf.. klar.. die haben mich dann dazu gebracht, Gewuerze zu kaufen.. wahrscheinlich total ueberteuert.. naja.. egal. Anschliessend war ich ueber 1,5 Stunden auf der Suche nach dem Chor Basar (dem Diebesbasar), leider wusste keiner, wo der sein soll, und da ich in einem muslimischen Viertel war, wo ausschliesslich mich misstrauisch musternde Maenner unterwegs waren und ich ausserdem kurz vor einem Hitzschlag stand (dies bemerkte ich, als meine Haende aufeinmal einfach einschliefen!), entschied ich mich, den Rueckweg anzutreten. Bis ich meine Heimat erreichte, vergingen immerhin 3 Stunden.
Heute hab ich wieder einige Details des indischen Lebens kennengelernt.. erstens hab ich mal geguckt, wieviele Leute hier eigentlich 6 Zehen pro Fuss haben.. sind schon einige! Ob das daran liegt, dass hier einfach alle mit Flipflops rumlaufen und man es deshalb oefter sehen kann, oder an den doch eher ungesunden Lebensbedingungen, weiss ich allerdings nicht.. lustig jedenfalls. Ueberhaupt nicht lustig war es, als ich morgens mit dem Bus am Slum vorbeigefahren bin.. da waren die Bewohner gerade dabei, sich zu waschen.. auf einer etwa 10 Meter breiten Muellkippe direkt zwischen der Strasse und einer stinkenden Bruehe, auf deren Oberflaeche alles moegliche rumschwamm, verrichteten die Slumbewohner ihre Morgentoilette - Klo, Zaehne putzen, Popo waschen.. einfach direkt vor den Augen aller mit nem Eimer Wasser.. total hart.
Freu mich schon auf morgen.. da faengt hier eine 11taegige Feier zu Ehren von Ganehs Geburtstag an. Ist die zweitwichtigste Feier nach Diwali im November.
Gestern hatten Chotto, Gori und ich sturmfrei.. ich hab ihnen beim Gemuese schneiden geholfen und sie haben nebenher Fernsehn geguckt. Allerdings ist mir jetzt unklar, warum ich aus gesundheitlichen Gruenden nicht ausser Hauses essen darf.. uebler als bei uns daheim koennen die Hygienebedingungen eigentlich kaum sein. Das Gemuese wird nicht gewaschen.. dabei wirds eventuell entlang der Bahnlinien oder sonstwo angebaut! Des weiteren wird es auf dem Wohnzimmerfussboden geschnitten, wo sonst alle mit ihren rabenschwarzen Dreckfuessen rumlaufen.. ok, immerhin wird es danach gekocht aber trotzdem! Und was das Kochen an sich betrifft.. da mach ich auch enorme Fortschritte! Gestern hab ich so lange das Rotee-Ausrollen geuebt, bis sogar Gori irgendwann zufrieden war. Nur hat er mich dauernd ermahnt, wenn ich den Teig mit der linken Hand hochgehoben hab.. man muss die rechte benutzen.. zum Kneten ist die linke dann aber ploetzlich ok..!? Irgendwie etwas.. unsinnig.
oiiiiiii !!
Taj Intercontinental
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