Montag, 3. November 2008

schlafende servants


Auf dem Foto seht ihr das Treppenhaus des Gebaeudes, in dem meine Tanzlehrerin Pratiksha wohnt (im Stadtzentrum). Waehrend der Mittagshitze schlafen die Servants auf dem kuehlen Boden.. ich bin wirklich froh, dass ich durch den Kontakt zu den Sharmas und auch zu Pratikshas Familie auch andere Inder naeher kennenlerne. Waere das nicht so, haette ich meine Erfahrungen mit Usha wahrscheinlich zu sehr verallgemeinert.. Denn laengst nicht jeder behandelt seine Hausangestellten so wie Usha es tut. Pratiksha z.B. bedankt sich sehr wohl bei ihrem Gehilfen und redet, so hab ich zumindest den Eindruck, sehr freundlich mit dem (Usha bellt meistens nur kurze Befehle wie "Gauri, pani!", also "Gauri, Wasser!"). Dr. Sharma gibt ihrer maid, die jeden Tag fuer 2 Stunden vorbeikommt, um die Kueche und die Waesche zu machen, so viele warme Mahlzeiten wie moeglich, da diese an Mangelernaehrung leidet. In meinen Unterhaltungen mit meinen neuen Bekanntschaften hab ich auch festgestellt, dass die eine andere Einstellung zum Kastenwesen haben als etwa Vidya und Bhavna, die es irgendwie als gegeben hingestellt haben. Dr. Sharma meinte, dass das Kastenwesen staerker bekaempft werden muss, da es sich trotz aller Bemuehungen wie etwa dem Quotensystem, das angehoerigen niederer Kasten Arbeitsplaetze und Parlamentssitze zusichern soll, immer noch haelt. Ueberhaupt ist sie die erste, mit der ich richtig ueber das Thema reden konnte.. es ist echt so toll, dass so viel Zeit mit der verbringen kann!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Vicky!
Sehr erfreulich, dass Du neuerdings viel freudiger schreibst! Das liegt an Deiner neuen Freundin/Tanzlehrerin und an Deiner zurückgekehrten Gesundheit.
Bitte grüsse die Freundin von uns allen!
Gibt's im Mangrovenwald wilde Tiere wie Raubkatzen und Krokodile?
Herzliche Grüsse aus dem manchmal novemberlich-trüben, manchmal Indian-summerlichen Rosswag!

Anonym hat gesagt…

Liegt es vielleicht am Alter, daß die beiden Frauen ihre Bediensteten unterschiedlich behandeln? Oder könnte man Usha als konservativ und die Tanzlehrerin als modern bezeichnen?
Gruß CV

Anonym hat gesagt…

Hallo Vicky, ich bin eher der Meinung es hängt mit dem Bildungsstand zusammen, sowohl deine Yogalehrerin als auch die Tanzlehrerin haben studiert und waren mehrfach im Ausland. Da eröffnen sich doch ganz andere Horizonte und man sieht, wie es auch anders funktioniert.

Ich bin sehr froh, dass du jetzt sowas wie Freunde gewonnen hast.

Viele Grüße zurück an Dr. Sharma.
Namaste!

Vicky hat gesagt…

Ich weis nicht genau, also Usha war eigentlich auch schon im Ausland.. aber sonst hat sie schon ein relativ .. aeh eindimensionales Leben, das hauptsaechlich aus Fernsehen, Zeitung lesen und Kreuzwortraetseln besteht. Bei ihr sieht echt jeeeeder Tag gleich aus (was auch der Grund ist, warum sie nie das Datum oder den Wochentag weiss).. ja, wuerde es schon irgendwie als eine Art Aufgeklaertheit beschreiben, die Pratiksha und Priti ausmacht.. (also meine beiden Lehrerinnen).