Donnerstag, 21. August 2008
Abenteuer Ankunft
Was fuer eine Reise!!! Im Flugzeug selbst war noch alles gut, wir hatten zwar 2 Stunden Verspeatung aber naja.. sass neben einem ital. Geschaeftsreisenden aus Turin mit dem man sich gut unterhalten konnte. Am Flughafen war ich dann ein bisschen nervoes, wegnen der ganzen Passkontrollen und so, aber ich fuehlte mich ok.. dann verliess ich das Flughafengebaeude und an einer Schlange wartender Inder vorbei, die alle Namensschilder hochhielten. Das ungute Gefuehl beschlich mich dann erstmals, als ich das Ende der Schlange erreicht hatte und mein Name leider leider nicht darunter war. Nach etwa einer Minute begriff ich das wahre Ausmass der Situation: Ich stand im Herzen einer Stadt, die sich vom Flugzeug aus als riesig, unuebersichtlich und mit krassen Slums durchsetzt offenbart hatte. Die Umgebung wirkte durch ihre Schwuele, die Palmen und klapprigen Autos, fremde Schriftzeichen, Klamotten, Gerueche und Geraeusche so unendlich exotisch.. die Panik wallte aber erst in mir auf, als mein Telefon nicht einsatzbereit war (trotz indischer AirTelKarte). Verstaerkt wurde meine Angst durch die Tatsache, dass es weit und breit keinen ATM (Geldautomat) gab und ich kein Geld hatte. Mehr zufaellig hatte ich ueberhaupt 9 Euro in bar dabei. Die wollte ich nun wechseln.. jedoch liessen die mit Gewehren bewaffneten Waechter mich nicht in den Flughafen zurueck. Erst ein netter Taxifahrer erklaerte mir dann,dass dies gelaenge, indem man ihnen einfach seinen Pass zeigt.. ok,wenig spaeter hatte ich dann etwa 550 Rupien beim Thomas Cook eingetauscht und ging zu den Fernsprechern. Wollte eigentlich ein paar Muenzen eintauschen,aber einer schenkte mir dann zwei 1-Rupien-Stuecke und ich konnte bei Usha anrufen. Naechstes Problem: Megageile Verbindungsqualitaet, so dass ich leider nix verstand. Verzweifelt malte ich dann ein Schild mit meinem Namen und setzte mich auf eine Mauer, um zu warten. Da ich jedoch nicht die leiseste Ahnung hatte,wie lange man denn ueberhaupt von Kandivali zum Flughafen braucht,gab ich nach ner halben Stunde auf. Ich ging zurueck zu den Telefonen um bei Experiment anzurufen. Zu dem Zeitpunkt erschien es mir mehr als unwahrscheinlich, in diesem Wirrwar ueberhaupt irgendwann mal irgendwo anzukommen. Auf einmal hatte ich den Gedanken, sofort wieder heimfliegen zu wollen. Ein anderer netter Mensch fuehrte mich kurz darauf zu einem lustigen Holzstand, wo einige Telefone rumstanden.. ein Telefonierstand :) Dort war die Verbindung viel besser und ich erreichte den Indian-Experiment-Typ, der mir sagte, ich sollte ein Taxi nehmen. Tat ich dann auch, mit einem lustigen, Turban tragenden Sikh in einem lustigen, bunten Auto ohne Anschnallgurte ging es auf grosse Reise. Ab dem Zeitpunkt, da ich auf der bequemen Rueckbank Platz genommen hatte, hatte ich wieder Hoffnung. Nach kurzer Zeit fragte ich mich allerdings,wie ich 3 Monate in dieser Stadt ueberleben sollte! Diese uebelste Armut, auf die man glaubt irgendwie vorbereitet zu sein.. unbeschreiblich! Der widerlichste Siff und Dreck auf den Strassen, Leute die in Bretterbuden apathisch rumliegen (man kann von der Strasse aus reinschauen, da es keine Tueren gibt), Slums, die aussehen wie eine organisch gewachsene Ansammlung von Muell, wie ein unkontrolliert wuchernder Zellenhaufen.. und dazwischen kleine Laeden, wo Maenner auf vorsintflutliche Art und Weise mit Haemmern irgendwas bearbeiten. Dann aber auch genauso aermliche Fast Food Stalls, Fitness Equipment Shops und Computer Training.. und dicke indische Kuehe, die gar nicht klapprig aussehen, wie in meiner Vorstellung , sondern eher wie dicke braune Wasserbueffel, die sich gemaehchlich durch die Herden der dauerhupenden Autorikschas schieben. Nach etwa 1 Stunde Fahrt (!) erreichten wir schliesslich Charkop. Mittlerweile war mein einziger Wunsch, einfach irgendwo anzukommen, wo man vielleicht irgendwie wenigstens halbwegs mit mir rechnete. Und dann endlich hielten wir vor Ushas Haus, die mich auch gleich begruesste und ins Wohnzimmer fuehrte. Sie ist echt sehr nett und hat sogar nen roten Stirnpunkt. Hatte sich auch schon Sorgen gemacht und bei Experiment angerufen.. die haben mich auch noch erreicht und mir erklaert,dass der Taxifahrer, der mich abholen sollte, einen Unfall hatte (klingt nicht gerade unwahrscheinlich) und sowas sei noch nie vorgekommen (deckt sich mit dem,was Lisa erzaehlt hat). Jedenfalls.. ich war heilfroh. Die Wohnung ist herrlich.. das Paradies im Vergleich zu dem,was ich auf der Fahrt gesehen hab. Ventilatoren schaffen ein angenehmes Klima und haben meine Smog-Kopfschmerzen, die ich auf der Fahrt bekommen hab, vertrieben. Die 2 Jungs, die fuer Usha in der Kueche arbeiten, servierten mir Tee mit Keksen und ich unterhielt mich mit Mr Chowdary, der auch nett ist. Er sagte er vermisse Christina, die vor mir hier war und der alles gefallen hat, she enjoyed everything.. und dass ich mich auf viele Feste freuen koenne. Am 24 August (glaub ich) ist irgendwas, am 4. September ist Ganeshs Geburtstag und im November ist das indische Weihnachten sozusagen, also das Hauptfest.. Diwali, das sind 5 (!!) Feiertage. Ach ich bin so froh, hier zu sein! Nach dem Hinweis, ich koenne mir jederzeit und ohne zu Fragen alles zu essen nehmen,was ich will, ging ich in mein Zimmer (sehr huebsch mit Aussicht auf den Hinterhof, mit eigenem Zugang zum Bad und mit Fernseher) um mich auszuruhen..Naja schlafen kann ich nicht, obwohl ich ein herrlich durchgelegenes Bett a la Omas Feldbett hab (I love it), aber es war ja nach meiner Zeitrechnung grade 10 Uhr morgens.. ach ich bin so unendlich erleichtert. Die Gegend ist ziemlich toll, 2-3stoeckige Haeuser mit Palmen dazwischen, halbwegs befestigte Strassen und viele Verkaufsstaende. Ich bin echt angekommen und musste nur einmal mit den Traenen kaempfen (..ich verlor)!! Nach 2 Stunden rumliegen ass ich mit Usha, ich hatte Bananen (HAMMER! Deutsche Bananen sind ein Mist dagegen..) und Fruechte, die ich nicht kenne un die keinen europaeischen Namen haben.. auch sehr delicious. Danach fuehrte mich einer der Hausangestellten (etwa 14 Jahre alt) hierher.. und jetzt werd ich gleich noch versuchen, Bilder hochzuladen (geht nur an einem Computer hier anscheinend whatever) und werde mich ansonsten hoffentlich bald wieder melden koennen :) Mann is des alles .. krass hier..
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3 Kommentare:
Schön zu hören das es dir Gut geht.. und am liebsten würde ich meinen job schmeißen, den ganzen stress hinter mir lassen und zu dir kommen!!
sehr cool, das :)
aber ne frage hätt ich noch..ham die bananen ähnlichkeit mit denen aus taizé oder ist des ganz was andres?
grußus tullus, eva, ida, irma, maulî, zecki, emma, herr wurm und die ganze großfamilie halt
hört sich ja alles sehr abenteuerlich an, aber auch ziemlich cool!
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