Als wir um 6 Uhr morgens in Mumbai ankamen, blieben uns noch 18 Stunden, bis wir Asien wieder verlassen mussten. Nach einem ausgedehnten Frühstück (solltet ihr jemals die Gelegenheit bekommen, Chikoo-Milchshake zu trinken… TUT ES!! Sowas von lecker!) begaben wir uns zum letzten Mal zu den Sharmas, wo wir verzweifelt all unser Gepäck in unsere Rucksäcke quetschten und anschließend wie im Wahn die allerletzten Rupien auf den Kopf hauen gingen.. wir setzten sie in rock salt aus dem Himalaya, eine Kurta (siehe Bild), Kokam-Syrup, einen Messingkrishna und andere nützliche Gegenstände um. Von den gastfreundlichen Sharmas erhielten wir zum Abschied Kajukatri (eine Süßigkeit aus Cashewnüssen, Zucker und Silber) und Puris (frittierte Plätzchen), außerdem bereiteten sie uns zum Abendessen ein wahres Festessen: Aloo Vada! Das sind frittierte Kartoffelbällchen, die in mit süßen und sauren Chutneys bestrichene Brötchen gestopft werden.
Und zum Abschluss bereitete uns Mumbai noch den Abschied, der seiner würdig ist. Ich persönlich fühlte mich da leicht an meine Ankunft mit Hindernissen erinnert.. Unser Flug sollte um 1:40 Uhr abheben. Laut Reiseführer empfiehlt es sich bei internationalen Flügen, gut und gerne vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, um alle Kontrollen in Ruhe durchlaufen zu können. Wir wollten daher um 21 Uhr die Wohnung der Sharmas verlassen, sodass wir spätestens um 22 Uhr den Chhatrapathi Shivaji International Airport erreicht hätten.. jedoch wurde uns dieses Vorhaben von Dr. Ganshyam Sharma ausgeredet, der meinte, auch zwei Stunden vor Abgluf anwesend zu sein reiche bei Weitem. Ich persönlich schenkte ihm leicht Glauben, Carsten war nicht einverstanden, ließ sich aber schließlich überstimmen.. aber grummelte mir unzufrieden „Auf deine Verantwortung.“ entgegen. Als wir um 23 Uhr das Haus verließen, eilte Dr. Sharma zur Hauptstraße, um uns eine Riksha zu rufen.. ich wurde leicht stutzig, als er nach 15 Minuten noch nicht zurück war, denn länger als zwei Minuten kann ein solches Unterfangen selbst Mitten in der Nacht nicht dauern. Schließlich kam Ganshyam zurück – mit der Nachricht, dass sich die Rikshafahrer weigerten, eine solch große Distanz wie die zum Flughafen zurückzulegen, da sie Aufgrund eines Tankstellenstreiks kaum noch Gas in ihren Tanks hätten. Kurzentschlossen verfrachtete Dr. Sharma uns deswegen in sein eigenes Auto, um uns zum Flughafen zu fahren. Nach etwa 10 Minuten brach mir der kalte Angstschweiß aus, weil wir in einem für diese Uhrzeit allerdings sehr ungewöhnlichen Stau zum Stillstand kamen. Nach weiteren fünf Minuten erkannten wir dessen Ursache: Vor einer Tankstelle hatte sich eine kilometerlange Schlange von erzürnt hupenden Autofahrern gebildet. Im Laufe der Fahrt passierten wir noch mehrere solcher Anhäufungen.. ich hatte meine Fingernägel in den Autositz gekrallt und malte mir aus, wie ich für teures Geld neue Flugtickets kaufen musste. Auf dem Highway schließlich fand Ganshyam, dessen eigener Tank ebenfalls fast leer war, schließlich einen Taxifahrer, der bereit war, uns für einen Preis, der dem doppelten Normalpreis entsprach, doch noch zum Flughafen zu fahren. So kamen wir endlich doch noch pünktlich am Flughafen an und wurden sogar entgegen unserer Befürchtungen in das Gebäude eingelassen – dies ist nämlich nur mit gültigem Ticket erlaubt und wir beide besaßen nur Buchungsnachweise und ein passenger itinerary. Zuletzt ließ sich Carsten noch beinahe von einem uniformierten Labersack eine Waschmaschine.. äh eine Miles-und-More-Mitgliedschaft aufschwätzen und mir wurde bei der Rucksackdurchleuchtung leider mein Taschenmesser abgenommen, das ich sehrdummerweise darin vergessen hatte. Aber schließlich und endlich hatten wir dann doch adrenalinberauscht alle Hürden genommen und bestiegen das Flugzeug, das uns gen Heimat trug.
1 Kommentar:
gut zu wissen, dass es auch mal bei jemand anderem nicht so glatt mit dem fliegen laeuft. habe nun bemerkt, dass man fuer china ein visum braucht, sehr sehr schlechter aspekt, vllt ueberlegen wir uns das ganze nocheinmal...
was es wohl in indien fuer einen rueckkehrer gibt? was eigentlich typisch deutsch fuer die rueckkehr?
lass dir das gute deutsche brot schmecken wuerde mein bauch dazu sagen :-0
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