Dienstag, 27. Juli 2010

National Museum - the Harappan and Mauryan Era



Am verregneten Sonntag starteten Amélie und ich ein typischtouristisches Kulturprogramm. Wir begaben uns ins Nationalmuseum und wurden zu unserem eigenen Erstaunen für den sagenhaften Eintrittspreis von 2 Rupien (Schüler und Studenten), da wir unsere Studentenausweise (für die wir schließlich mindestens 16 Formulare ausgefüllt haben) vorzeigen und damit den Touristenpreis von 300 Rupien umgehen konnten. Im Inneren gibt es eine unfassbare Sammlung von indischer Kunst, Alltagsgegenständen und Kostümen aus allen Epochen. Jedoch waren wir in den 3 Besuchsstunden nur in der Lage, die Räume 1 bis 4 zu bestaunen – wir werden wohl wiederkommen müssen, um die verbleibenden 30 Räume zu durchwandern. Aber das ist gerade gut.. für langweilige Sonntage.

Was wir uns angeschaut haben, waren Ausstellungsräume über die Harappan Civilization, auch als Indus-Zivilisation. Ich hab den Eindruck, dass man in Europa sehr auf den Mittelmeerraum und die frühen ägyptischen und mesopotamischen Hochkulturen konzentriert ist.. ich zumindest hatte bis zu meinem ersten Indienaufenthalt nichts von dieser östlichen Kultur, die sich im 2. und 1. Jahrtausend vor Christus und damit zeitgleich mit den Mittelmeerkulturen entwickelt hat, gehört. Es waren sesshafte Bauern und Töpfer, die über eine Landroute durch das heutige Afghanistan und auch per Schiff über das Arabische Meer Handel mit den anderen beiden Kulturen betrieben. Sie hatten sogar eine Schrift, die, obwohl Ausgrabungen erste Spuren dieser Hochkultur bereits in den 1920er Jahren zu Tage brachten, bis heute nicht dechiffriert ist, was mich ziemlich erstaunt hat.. das ist bestimmt einer der letzten wirklich spannenden Spielplätze für Archäologen. Naja.. vielleicht entdeckt man auch öfters mal unbekannte Kulturen, ich weiß nicht. Die Harappa-Menschen lebten in Städten, deren Straßen sich alle im rechten Winkel kreuzten, sie hatten ein Kanalsystem angelegt und benutzten Ochsenkarren. Untergegangen ist die Indus-Zivilisation vermutlich durch den gewaltsamen Einfall der Arier von Norden, darauf deuten Unmengen von Knochen hin, deren Besitzer allesamt einen gewaltsamen Tod gefunden haben. Auch wird der Kriegsgott Indra in den Veden (den heiligen Büchern der Hindus, die zwischen 1700 und 500 vor Christus geschaffen wurden), als Eroberer zahlreicher Forts verehrt – damit könnte der Sieg über die Harappan Civilization gemeint sein.

Nach dem Untergang der Harappan Civilization etablierte sich die Dynastie der Maurya, einer hinduistischen Herrscherfamilie, die sich übrigens auch mit Alexander dem Großen rumschlagen musste, der das Industal um 320 vor Christus eroberte. Die Kunst aus dem Maurya-Zeitalter gefällt mir bisher am besten.. die beiden steinernen Skulpturen stammen etwa aus dieser Epoche.

Die Abteilung „allerlei Bronzestatuen aus allen Regionen Indiens, egal aus welcher Zeit“ haben wir auch schon abgehakt.. hier ein ..lustiger Tänzer.







2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Caddi liest mit und beneidet Dich um Deine kulturellen Erlebnisse. Schick uns noch viele Bilder. Seid herzlich gegrüßt.

die Mama hat gesagt…

Kommt das auch auf die "to do list" für unseren Besuch? Hört sich sehr interessant an, eventuell ist das pralle Leben auf den Straßen aber noch interessangter.