Schon auf der Fahrt vom Flughafen in die heimatlichen Outram Lines fielen den beiden erste frappierende Unterschiede zu den im Vergleich doch etwas ordentlicheren deutschen Gefilden auf.. vor allem die dank des ständigen Hupens sehr unangenehme Geräuschkulisse schien die beiden Indien-Greenhorns (ganz wie meine anderen Besucher) zu verunsichern und überreizt wie scheue Waldbewohner klammerten sie sich an den Haltegriffen des Taxis fest. Zitat Leonard: „.. mhm.. und die Autokennzeichen malt man sich selbst oder?“ :)
Der Weihnachtsabend wurde dank feierlich geschmücktem Christbaum, welche ich keine Mühen scheuend im fernen South Delhi auf einem kleinen Bazaar für sündhaft teures Geld erstanden und dann in der Rush-Hour-verstopften Metro nach Haus transportiert hatte, ganz stilecht begangen. Auch ein wahres Festmahl wurde der werten Familie bereitet: Zur Vorspeise servierten Sanyat und ich Bhel Pur (Puffreis-Zwiebel-Granatapfel-Chutney-Salat), der Hauptgang setzte sich aus Kichadi, Ajaar und Papad zusammen, wozu Rettich und Gurken mit Chunky Chaat Masala gereicht wurden. Schließlich tischten wir zum Nachtisch Sewaiya auf: haardünne Hartweizennudeln, mit Rosinen und Mandeln in Milch gekocht – eine muslimische Süßspeise, die vor allem zu Eid, dem Fastenbrechen am Ende des Ramadan, gegessen wird.
[Bhel Puri.. so leckooo!]
Die Bescherung unterm Tannenbaum fiel sehr schokoladen- und wollsockenlastig aus, umfasste jedoch auch nie gesehene Highlights wie einen traditionell-rajasthanischen Violinenverschnitt namens Sarangi, von Ratten beknabberte Second-Hand-Lektüre und einen goldenen Kompass. Nachdem alle Geschenke ausgepackt waren, spielten wir unter billigen, sich stark aufheizenden China-Made-Lichterketten noch so lange Maumau, bis uns die vor Kälte starren Finger das Kartenmischen nicht mehr erlaubten. Ein schöner Weihnachtsabend :)
3 Kommentare:
Das Weihnachtsmenü war wirklich sehr lecker und insgesamt war es ein sehr schöner Weihnachtsabend, wenn auch für die verwöhnten Westeuropäer doch relativ ungewohnt kühl in der ungeheizten Wohnung.
Ja, und der erste Schock war tatsächlich der völlig anders geartete Straßenverkehr. Verkehrsregeln werden kaum beachtet, schließlich hat jeder Verkehrsteilnehmer eine Hupe, nur die armen Fahrradrikschahs haben leider nur Klingeln. Jedenfalls haben wir uns innerhalb von 36 Stunden an den Verkehr gewöhnt. Auch an die Enge auf den Straßen, 5 cm Abstand reichen ja auch völlig aus!! :-))
Liebe Vicky, doch so traditionell hatte ich mir Euer Weihnachtsfest in Indien gar nicht vorgestellt. Der Post rührt mich jetzt schon ein bisschen. Fehlte nur noch, dass Ihr auch StadtLandFluss gespielt hättet. Dein Weihnachtsbaum erinnert mich ein bisschen an den von Gustavonkel. Herzliche Grüsse und alles Gute fürs Jahr 2011.
Bleib xond!
Liebe Vicky, ich sehe, Ihr hattet frohe Festtage und wünsche Euch allen ein gesegnetes, frohes und gesundes Neues Jahr.
Caddi
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