Mittwoch, 11. August 2010

Pooja, hamali naukarani [unsere maid Pooja]

Zweimal die Woche kommt Pooja zu uns, um den Boden zu wischen und unsere Wäsche zu waschen. Es ist ein unfassbar unangenehmes Gefühl, wie eine weiße Made oder vielleicht eine weiße Madame auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, während eine Person gleichen Alters um einen herum saubermacht. Vor allem, da wir große Kommunikationsschwierigkeiten haben. Aber letzte Woche hab ich mich über 40 Minuten mit Pooja unterhalten, mit Händen, Füßen und wenigen Hindibrocken, mein „Teach Yourself Hindi“-Buch immer griffbereit.. und wir haben eigentlich schon recht viel voneinander erfahren. Sie ist um die 20 (ich glaub sie weiß es gar nicht genau.. sie kann auch die Wochentage nicht auswendig..) und hat – unfassbar! – vier Kinder!! Drei Söhne und eine Tochter.. und ich glaube, die lernen Hindi in der Schule. Ihre Eltern kommen aus Delhi und wohnen in der Nähe.. sie selbst wohnt in einem Slum eine Straße von der unseren entfernt. In ihrer Wohnung gibt es elektrisches Licht und einen Ventilator.. ihr Mann arbeitet in der Nähe des Mukherjee Nagar (das Nachbarviertel). Seine Eltern kommen aus einem Dorf, das im Bundesstaat Utthar Pradesh liegt. Eine Zugfahrt dorthin kostet mehr als 300 Rupien pro Person, weswegen sie schon seit über einem Jahr nicht mehr zu Besuch dort waren.. Ich will unbedingt mein Hindi verbessern, nur um besser mit ihr reden zu können! Sie lächelt immer so nett und plappert mich auf Hindi voll.. und ich versteh kein Wort. Heute hab ich ihr bei Google Maps die Welt und Deutschland gezeigt und Delhi.. sie war mehr als beeindruckt, ich glaub sie hat noch nie einen Laptop gesehn.

1 Kommentar:

Doro hat gesagt…

Damit, dass Du ihr Arbeit gibst, erfüllst Du Deine Pflicht und es ist eine wichtige Funktion im Sozialgefüge, dort wo Du jetzt lebst. Mehr kannst Du aktuell sicherlich nicht tun. Dass Du so "auf Augenhöhe" mit ihr sprichst, findet sie sicherlich erstaunlich, oder?