Freitag, 15. Oktober 2010

Ganga Pooja am Dasashwamedh-Gath

Am Abend begaben wir uns zur heiligsten aller Badstellen, dem Dasashwamedh-Gath. Der Sage nach soll hier Brahma als höchster Oberpriester zehn (das) Pferde (ashwa) geopfert (medh) haben, um die Menschen vor einer drohenden Dürre zu retten. Darüber hinaus steht hier ein der Pockengöttin Shitala geweihter Tempel, den zu besichtigen uns sehr interessiert hätte.. da machten uns die Wasserstände allerdings einen Strich durch die Rechnung. Das eigentlich Sehenswerte ist jedoch sowieso die allabendlich stattfindende Pooja zu Ehren Gangas: Fünf Priester halten eine pompöse Zeremonie ab: Sie stehen auf Holzpodesten, das Gesicht dem Wasser zugewandt, und schwenken allerlei Objekte im Uhrzeigersinn über ihren Köpfen, wie es bei einer jeden Pooja üblich ist.. Glocken, gefaltete Seidentücher, einen halben Meter hohe Kerzenhalter mit einhundert Ghee-Lämpchen, Räucherstäbchen, Weihrauchfässchen, eine goldene Kelle in Form einer Kobra, in der eine grelle Flamme lodert, Palmwedel.. dazu wird auf weißen Muscheln geblasen und es spielt ganz laut das Ganga Aarti (das dem Fluß gewidmete Mantra). Das Ganze war schön feierlich, durch das Kerzenlicht erinnerte es an Weihnachten.. und da wir wie immer unzureichend informiert waren, kamen wir so früh, dass wir einen Sitzplatz mit sagenhafter Aussicht auf das Prozedere und in direkter Nähe zu den Priestern ergatterten und uns richtig als Teil der Menge fühlen konnten. Allerdings war die Zeremonie zeitlich doch relativ extended.. 45 Minuten Geschwenke und Gebimmel waren echt genug.

[der Priester in der vorderen Reihe ganz links war toll.. selbst das monotone Schwenken von Kerzenständern ließ ihn noch cool aussehen :) es würde mich nicht wundern, wenn er zur Zeremonie manchmal eine Ray Ban trägt..]

[nachdem die Pooja vorüber war, ließen wir, angerührt von der höchst feierlichen Atmosphäre, kleine mit Ghee-Kerzen und Rosenblüten gefüllte Blätterbötchen auf der Ganga schwimmen..]

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